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Staub zweier Jahrhunderte verfliegt

Plau am See, den 13.07.2017

Jahre hatte die Stadt auf das ehrgeizige Millionenprojekt Burgsanierung und die Freigabe von knapp vier Millionen Euro durch das Landesförderinstitut hingearbeitet. Vor gut zwei Monaten fiel der Startschuss für das Vorhaben. Im ersten Abschnitt wird derzeit das ehemalige Öllager der Burgscheune zur modernen, behindertengerechten Toilette umgebaut. Geplante Fertigstellung noch in diesem Jahr. Aufwändiger und deshalb auch auf zwei Jahre geplant, sind Sanierung und Umbau des Burghauses zum neuen „Haus des Gastes“. Die Stadt wird hier in die Vorfinanzierung gehen (müssen).

Teile des Hauptgebäudes der Plauer Burg gehen auf das 13. Jahrhundert zurück; etwa der Gewölbekeller oder auch die fast zwei Meter starke ehemalige Burgmauer. Auf den mittelalterlichen Resten wurde um 1822 das ursprüngliche Amtsgebäude errichtet. Es hat in den letzten 200 Jahren wegen wechselnder Nutzung mehrere Umbauten erfahren.

Im Zuge der Sanierung geht nun alles zurück auf Anfang. „Alles was nicht tragend oder historisch ist, kommt raus“, erklärt Thomas Pelser. Gerade reißt der Mitarbeiter der Fa. Perleberg Recycling eine neuzeitliche Wand mit in die Jahre gekommenen Fliesen ab. Ein „Relikt“ aus Kitatagen. Zusammen mit seinem Kollegen Christian Brockmann macht er die Entkernung. „Eine Woche, dann sollten wir fertig sein.“ Die obere Etage – so ganz ohne Wände ein Raum von beachtlicher Größe, in dem zwei unterschiedlich große Räume für Ausstellungen, Seminare, Lesungen und Beratungen entstehen werden – ist schon besenrein. „Fast 60 Tonnen Schutt sind aus dem Obergeschoss abtransportiert worden“, so Pelser. Das Erdgeschoss, wo offenstehendes Fachwerk das ursprüngliche Flair des Hauses schon wieder erahnen lässt, dürften wohl ähnlich viele Tonnen zusammenkommen. Hier wird die Plauer TouristInfo ihr neues Domizil haben. Dazu sind unten Lagerräume für die Bestuhlung etc., WC geplant. Beide Etagen werden behindertengerecht ausgestattet. Ein Fahrstuhl am linken Giebeleingang wird zudem erstes und zweites OG verbinden.