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Tierschützer vor schwerer Entscheidung – Quelle: https://www.svz.de/18032861 ©2017

Plau am See, den 10.10.2017

Die Lage für den Plauer Tierschutz ist nach wie vor brisant. Maximal ist da ein kleines Kerzenflackern am Ende des Tunnels: Der Verein hatte im April diesen Jahres seinen Vorsitzenden vor die Tür gesetzt, da der im Verdacht steht, für das finanzielle Fiasko (ca. 40000 Euro Schulden) verantwortlich zu sein. Wenig später war Insolvenz beantragt worden, die jedoch wegen fehlender Unterlagen vom Gericht abgewiesen worden war. Trotz wiederholter richterlicher Ermahnung verweigert der Ex-Vorsitzende die Herausgabe eines Großteils der Papiere. Inzwischen ist die Kaufmännischen Krankenkasse aktiv geworden, da der Verein, in Persona der Ex-Vorsitzende, für zwei unter seiner Regie angeheuerte Festangestellte über Monate weder Krankenversicherung noch Lohnsteuer abgeführt haben soll. Ob nun das Insolvenzverfahren eröffnet wird, hängt vom Gutachten ab, das vom Gericht in Auftrag gegeben wurde.

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„Mittlerweile geht es um Wohl und Wehe unseres Vereins“, sagt die neue Vorsitzende Uta Kaßler. Ans Aufgeben denkt sie nicht. Die Plauer brauchen 40 000 Euro, um die Gläubiger zu bedienen. Geld, dass sie nicht haben. Uta Kaßler will aber auf gar keinen Fall, dass die Partner, mit denen der Verein über viele Jahre gut zusammengearbeitet hat, auf unbezahlten Rechnungen sitzen bleiben. „Das kommt gar nicht in Frage“, sagt sie. Hatte der Verein noch vor Monaten darum gebeten, von Spenden auf das Vereinskonto abzusehen, könnte genau das jetzt helfen, Außenstände abzubauen. Wenn auch in einem dann laufenden Insolvenzverfahren.

Unterstützung, in Form von 20000 Euro, so Uta Kaßler, habe zwischenzeitlich der Tierschutzverband zugesagt. „Unter einer Bedingung allerdings. Um das Geld zu bekommen und damit weitere Schulden abzubauen, müssten wir zusichern, dass wir weitere fünf Jahre als Verein bestehen bleiben. Und diese Garantie können wir in der gegenwärtigen Situation auf keinen Fall geben.“ Diese schwere Entscheidung wollen letztlich aber weder die Vorsitzende noch der Vorstand allein treffen. Am 20. Oktober sind deshalb alle Mitglieder zur Mitgliederversammlung eingeladen. „Hier werden wir die Situation ganz sachlich darlegen und dann muss es eine Abstimmung mit Mehrheitsbekundung geben. Wie die aussehen wird, ist offen. Das Tierheim, soviel scheint sicher, wird auf Dauer nicht zu halten sein.

Diese Entwicklung dürfte vor allem auf das Konto des Ex-Vorsitzenden gehen. Nachdem vor etwa drei Monaten sein Haus auf richterlichen Beschluss durchsucht und Beweismittel sichergestellt worden waren (wir berichteten), läuft gegen ihn mittlerweile ein Ermittlungsverfahren. Der aktuelle Stand liegt nicht vor. Wie SVZ jedoch aus nicht bestätigter Quelle erfahren hat, soll Joachim Jahnke inzwischen die Region verlassen haben. Telefonisch bzw. per Handy war er nicht zu erreichen.

– Quelle: https://www.svz.de/18032861 ©2017