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Förderprogramm: Plau am See vernetzt

Problem mit Wachstumspotenzial – Quelle: https://www.svz.de/19563631 ©2018

Plau am See, den 13.04.2018

Kaum eine Stadtvertretersitzung kommt am Thema illegale Müllentsorgung vorbei, kaum ein Sprechtag, an dem Bürger die Verwaltung nicht auf immer neue illegale Kippen aufmerksam machen. „Illegale Müllentsorgung ist seit Jahren ein großes Problem in unserem Zuständigkeitsbereich“, reagiert Plaus Bürgermeister Norbert Reier auf jüngste Anzeigen. Und er reagiert zunehmend sauer. „Trotz optimaler Entsorgungsmöglichkeiten bei der Firma Ebert gibt es viele Bürger, die noch kostengünstigere Varianten nutzen, indem sie ihren Abfall dort entsorgen, wo gerade kein Zeuge zu sehen ist.“ In den Wäldern liege haufenweise Unrat, die Sölle werden vollgemacht, die Eldeufer und auch Grundstücke privater Dritter müssen für den privaten Mülltourismus herhalten, sofern sie verwaist erscheinen.

Nun waren auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei unlängst größere Mengen Wellasbeststücke abgelegt worden. Wieder von Unbekannt. „Obwohl das Bundesumweltamt zementgebundenen Asbest nicht als gesundheitsgefährdend einstuft, ist der Imageschaden für die Stadt da und es bringt gar nichts, über die Frage zu diskutieren, ob der Haufen Asbest gesundheitsschädlich ist oder nicht“, erklärt Norbert Reier. Deshalb habe er Kontakt mit dem Eigentümer des Grundstücks aufgenommen, der ihm zusicherte, die losen Stücke zeitnah selbst zu beräumen. Die Verwaltung habe sich hier eingeklinkt, um zu einer schnellen Lösung zu kommen. Auch wurde der Landkreis in Kenntnis gesetzt.

Damit ist das Problem mit der Industriebrache lange noch nicht vom Tisch. Der Käufer, ein Prignitzer, will Grundstück und Gebäude verwerten, vielleicht ein Recyclingunternehmen daraus machen. Die Möglichkeit habe er. „Das Areal ist im Flächennutzungsplan als Gewerbegebiet ausgewiesen“, so Norbert Reier. Freilich müsse zuvor ein Bebauungsplan erstellt und die Auswirkungen auf das nahe Naturschutzgebiet untersucht werden. Und da wären auch noch Anbindung, Ver- und Entsorgung des Grundstücks zu klären.

 

Mit ihren (Müll-)Beschwerden wenden sich die Bürger in aller Regel an die Stadt. Die ist dicht. Immer erreichbar. Jedoch oft gar nicht zuständig. „Grundsätzlich teile ich die Meinung nicht, dass die Vermüllung unserer Landschaft mit der Arbeit unserer Bauhofmitarbeiter zu tun hat. Die nehmen ihre Aufgaben sehr ernst“, unterstreicht Reier der Plauer Bürgermeister. „Als Stadt werden wir a ber definitiv keine Steuermittel einsetzen, um private Grundstücke sauber zu halten. Dazu ist jeder Eigentümer selbst verpflichtet. Und der Bauhof hat genügend damit zu tun, die öffentlichen Grundstücke der Stadt sauber zu halten. Es gibt eine Straßenreinigungssatzung die festlegt, welche Aufgaben der Bauhof und welche Aufgaben die Bürger haben und es bezahlt auch kein Bürger der Stadt für eine „Stadtreinigung“ sondern nur für eine Straßenreinigung für einzelne Straßenzüge.

Norbert Reier ist schon Jahre im Amt und noch viel länger in Plau zuhause. Für ihn steht fest: „Solange es in den Köpfen der Verursacher nicht klar ist, wie sie mit ihrer eigenen Umwelt umgehen, werden wir mit den Problemen wie Vermüllung leben müssen.“ Ein typisches Beispiel sei der Containerstandort am Nettomarkt. Täglich werde der von der Firma Ebert Entsorgung gereinigt. Und beinahe genauso schnell wird wieder eine Dreckecke daraus.

– Quelle: https://www.svz.de/19563631 ©2018