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Förderprogramm: Plau am See vernetzt

Werkstatt des guten Lebens

Wangelin, den 13.06.2018

„Eigentlich hätte der ganze Laden ausgezeichnet werden müssen, denn da hängen viele Leute mit dran“, sagt Klaus Hirrich. Der Umweltaktivist sitzt im Café, seinen persönlichen Lieblingsort im Wangeliner Garten. Vor wenigen Tagen noch, war Hirrich in der Hauptstadt unterwegs und traf Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Sie sei eine „erstaunlich angenehme Frau“, meint der Wangeliner.

Bei dem Termin in Berlin wurde der Wahlmecklenburger neben zwei anderen Aktiven zum diesjährigen Engagement-Botschafler ernannt. Die Kampagne „Engagement macht stark“, nach eigenen Angaben Deutschlands größte Freiwilligenbewegung, wählt jedes Jahr Personen aus, die mit guten Taten das gesellschaftliche Leben verbessern.

Die Benennung zum Engagement-Botschafter betreffend, sehe sich Klaus Hirrich selbst als Stellvertreter. Zum einen für die unzähligen Menschen in Deutschland, die auf dem Land aktiv sind. Zum anderen für die hundert Menschen, die sich im Wangeliner Garten miteinbringen. „Ohne den Anspruch alles zu wissen - denn wir sind keine Supertypen - arbeiten wir daran, uns und anderen aufzuzeigen, was zu einem guten Leben dazugehört“, sagt der über 65-Jährige. Die Anlage ringsum den Wangeliner Garten sei so etwas wie eine Werkstatt des guten Lebens, fügt er hinzu.

 

Auf dünn besiedelten Raum schufen er und seine Mitstreiter vor einigen Jahrzehnten eine blühende Oase, in der heute mehr als 900 Pflanzenarten wachsen. Zudem hauchten sie dem kleinen Ortsteil von Ganzlin neues Leben ein. Arbeitsplätze sind entstanden. Hirrich zeigt sich zufrieden, dass im Laufe der Jahre viele neue Leute nach Wangelin gezogen sind. „Seit Jahren gibt es keinen Lehrstand im Dorf, das ist eine spannende Entwicklung“, sagt der gebürtige Sachse.

Hinter den Aktivitäten in Wangelin steckt der Verein zur Förderung ökologisch-ökonomisch angemessener Lebensverhältnisse westlich des Plauer Sees (FAL e.V.). Seit vielen Jahren ist Klaus Hirrich Geschäftsführer - nun sei es an der Zeit, den Staffelstab weiterzugeben, erwähnt er gegenüber unserer Zeitung. „Es wäre schon gut, wenn ich eines Tages einer von vielen und nicht mehr derjenige welche bin“, sagt Hirrich. Er könne sich an seiner Stelle jemand jüngeres und frischeres vorstellen.

Der Wangeliner Garten ist eine Art Lebensprojekt des Umweltaktivisten. Klaus Hirrich blickt zurück und sagt: „Das war hier alles mal Acker und wir haben eine kleine Pflanze gesetzt, die zu einem großen Baum mit vielen, starken Ästen gewachsen ist.“

 

– Quelle: https://www.svz.de/20115547 ©2018

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Werkstatt des guten Lebens