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Förderprogramm: Plau am See vernetzt

Wenn der See ruft

Plau am See, den 08.10.2018

Absegeln des Plauer Seglervereins: Mitglied Kurt Münch kreuzt auch noch mit 82 Jahren die heimischen Gewässer

Der Mann und das Meer - wie dieser Buchtitel könnte das Seglerleben von Kurt Münch heißen. Obgleich wohl eher der See bei ihm eine Rolle spielt. Der 82-Jährige kam 1945 von Danzig, wo er erste Kontakte zum Thema Wind und Wasser hatte, nach Plau. Ihn hatte damals „das Gewässer hier fasziniert. Mich hat es richtig gereizt“.

So kam es, wie es kommen musste bei dem Wasserverliebten: 1958 der Segelschein, 1967 ein erster selbstgebauter Jollenkreuzer, Anfang der Siebziger das eigene Bootshaus. Da fügt es sich, dass der ehemalige Tischlermeister nun bereits seit vier Jahren Cordula Güllmar ein wenig das Luv und das Lee, Steuer- und Backbord, das Auf- und das Abtakeln und alles andere vom Seglerlatein beibringt. „Es gibt selten eine Frau, die noch eine Pinne in die Hand nehmen kann“, so der Seebär. Im Plauer Seglerverein war Samstagnachmittag Stichtag in Sachen Saisonabschluss und zusammen mit Cordula Güllmar stach Münch mit der „Koralle“ in die herbstlichen Fluten. Der Plauer Segler lassen es nun über den Winter ein wenig ruhiger angehen.

Zusammenarbeit im Verein schweißt zusammen

Laut Vorsitzendem Peter Brehm war 2018 ein Jahr „mit viel Arbeit. Doch wir sind ein Verein, der gut funktioniert. Dieses Jahr hat dazu beigetragen, dass das Vereinsleben noch enger wird.“ Nicht zuletzt war ein siebeneinhalb Meter langer Kutter Grund für eine engmaschige Zusammenarbeit: Der Plauer Dwarslöper ist nun, in viel Eigenarbeit und mit einer Investitionssumme von 16 000 Euro, der ganze Stolz des 67 Mann starken Vereins. Zusammen mit Finanzspritzen von der Sparkasse Parchim-Lübz und dem Kreissportbund wurde der ehemals alte Kutter – weiß lackiert und mit frisch lackierten Holzbänken ausgestattet – im August zu Wasser gelassen. Und natürlich war auch dieser beim Absegeln mit mindestens elf weiteren Jollen, Jollenkreuzern, Kielbooten und auch dem einen oder anderen versprengten Motorboot auf dem sonnenglitzernden Plauer See unterwegs. Die Besatzungen der Boote kommen unter anderem aus Plau, Pritzwalk, Güstrow, Wittenberge und sogar Dortmund. Entspannt segelte es sich in der doch wärmenden Oktobersonne, doch schon bald wird es kälter. „Im November kommen die Hafenlieger raus“, so Peter Brehm. Dann wird auch der Plauer Dwarslöper, was übersetzt so viel wie Querläufer heißt, aus dem Wasser geholt. Dieser wird dann in der nächsten Saison sicherlich öfters zum Einsatz kommen – mit einer nagelneuen Schiffsglocke und hoffentlich immer einer Hand breit Wasser unterm Kiel.

 

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Wenn der See ruft