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Förderprogramm: Plau am See vernetzt

Englands bezaubernder Südwesten – Quelle: https://www.svz.de/21319062 ©2018

Plau am See, den 12.10.2018

Ein Bildvortrag des Profifotografen Matthias Hanke faszinierte die Besucher des Plauer Kulturstammtischs.

In welchen Landschaftkulissen spielen sich die Verfilmungen der Romane von Rosamunde Pilcher ab? Man erinnere sich: Steilküsten und Strände, Steinmauern und Hecken, Landsitze und parkartige Gärten, Dörfchen mit Straßenzügen, in denen die putzig-bunten Häuschen sich bruchlos aneinanderreihen, ohne die Irritation von Neubauten, die nicht hinpassen. Es sind Charakteristika von Südwestengland, von Cornwall und insbesondere der Grafschaften Devon, Somerset und Dorset. Hier scheint alles den Schmelz des Romantischen zu haben.

Mit den Augen der Herz-Schmerz-Autorin Rosamunde Pilcher wollte der Braunschweiger Reisefotograf Matthias Hanke sein Publikum, das sich um den jüngsten CDU-Stammtisch scharte, durch den Südwesten Englands führen. Wer allerdings einmal dort war, weiß, dass man den Blick von Pilcher nicht bemühen muss, die eigenen Augen reichen, um dieses vom Klima begünstigte Paradies im europäischen Norden als solches wahrzunehmen. Die Gegend ist ein Traum. Hier entstanden beispielsweise die berühmten, zunächst der Upper Class vorbehaltenen Bäder Brighton, Bristol und die heute unter dem Schutz der Unesco stehende Badestadt Bath, das war Luxus unter der Sonne an einer Küste, die heute noch von Fischerdörfchen mit mediterranem Reiz besetzt ist

Mit seiner kurzweiligen Präsentation, einem Mix aus Fotos, Filmsequenzen und traditionellen Gesängen entführte Fotograf Hanke sein Publikum in die südenglische Welt. Bilder, die kulturelle und natürliche Schätze dieser Gegend im auch wortwörtlich besten Licht in Szene setzten, unterhielten und überraschten. Die Fülle der bildlichen Impressionen reichte vom Detail, dem gravierten Silberbesteck auf dem Damast eines Nobelhotels, bis zur Weitwinkelaufnahme eines breiten Sandstrandes zum Beispiel, von vereinzelten Badegästen (noch) wie gesprenkelt.
Erst der letzte Teil des Vortrags war Cornwall gewidmet. Aber ein gewisser Kontrast zu all der Lieblichkeit, die wir zuvor sehen durften, kündigte sich schon an, als Hanke von Dartmoor berichtete: An 280 Tagen im Jahr geht Regen auf die Moor- und Heidelandschaft nieder. In der Literatur wurde ihr gerne Unheimliches zugeordnet. Hanke erzählt, dass er hier etwas tiefer in seinen Schlafsack kroch, als der Wind nachts heulte - oder war es der Hund von Baskerville? Grandiose Aufnahmen zeigten auch, wie sich an der Westseite des Moores das Wasser sammelt und als sprühender Wasserfall in die Tiefe stürzt.

Cornwall, vermittelte der Vortrag, ist die etwas herbere, allerdings nicht weniger interessante Region des Südens. Herrensitze und Gärten auch hier. Darüber hinaus: der Ort Falmouth mit einem der tiefsten Häfen der Welt und „St. Michael`s Mount“, ein Inselchen vor der Küste mit Schloss und Kapelle, das wie ein Zwilling des berühmten bretonischen „Mont St. Michel“ anmutet. Oder historische Zinnminen, so ergiebig, dass sie vor Zeiten zwei Drittel der Weltförderung hervorbrachten und die englische Industrialisierung wesentlich anstießen.
Wer sich von Hankes fotografischen Impressionen bezaubern lassen möchte, kann seine CD „Cornwall“ auch über das Internet bestellen. Lokaler Witz ist inklusive. “Dogs and muddy boots welcome” grüßt das Schild an einem Pub. Auch englischer Humor lässt sich in Fotos einfangen.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Englands bezaubernder Südwesten – Quelle: https://www.svz.de/21319062 ©2018