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Förderprogramm: Plau am See vernetzt

Plau hatte das erste FKK-Hotel im Lande

Plau am See, den 03.09.2009

PLAU AM SEE - Der Rostocker Hinstorff Verlag hat ein Buch zu einer NDR-Fernsehreihe veröffentlicht, die dem Leser rund 200 überraschende Fakten über Mecklenburg-Vorpommern präsentiert. Vieles ist auch über Lübz oder Plau am See nachzulesen.

So entstand am Plauer See - was wohl heute kaum noch bekannt ist - in den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts das erste FKK-Hotel des Landes: "1928 erwarb der Bauer und FKK-Freund Johannes Müller die Dresenower Mühle am Plauer See und verwandelte das Anwesen in das erste FKK-Hotel des Landes.

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Er hatte ähnliches schon in Bayern versucht, stieß dort aber auf Widerstand. In Mecklenburg sah man die Sache gelassener. Die "Lichthof Jungmöhl" genannte Anlage öffnete 1929 und bot unbeschwerte Urlaubstage für bekennende Nudisten.

Wenig später begann Müller mit dem Aufbau einer so genannten Lichtsiedlung. Dazu lud er siedlungswillige Jugendliche ein, die sich hier Häuser bauen sollten. Der Plan für ein ganzjähriges Naturistendorf scheiterte aber."

Das NDR-Buch basiert auf der wöchentlich im NDR- Nordmagazin gesendeten Reihe "Heimatkunde", die in jeder Folge fünf bis zehn bestens recherchierte Fakten zu einem Landesthema, eingängig und mit viel Witz aufbereitet, bietet. Nun kann man alles nachlesen, was Heiko Kreft und Jens-Uwe Grau herausgefunden haben. Darunter sind natürlich auch etliche Fakten aus dem Lübzer Region.

Dazu eine kleine Auswahl: "Die Ziegelei Benzin bei Lübz ist die einzige komplett erhaltene und betriebsbereite des Landes. 1907 eröffnet, produzierte sie bis 1990 Backsteine. Dann versank die Anlage in einem Dörnröschenschlaf.

Ab Mitte der 90er Jahre wurde sie rekonstruiert und 2005 als Museum eröffnet. Heute ist die Ziegelei ein imposantes technisches Denkmal, in dem Besucher alles über den historischen Baustoff und seine Herstellung erfahren. Sie können sogar selbst Ziegel streichen und an manchen Tagen im imposanten Ringofen brennen lassen."

Die Städte Stralsund und Lübz sind die Biermetropolen des Landes: "Die größte Brauerei sitzt in Lübz. Sie produziert rund 40 Prozent aller Biere aus M-V. Das Traditionsunternehmen von 1877 stellte zu DDR-Zeiten 80 Prozent der in den West-Export gehenden Ost-Biere her."

Der umfangreichste Artikel ist einem Plauer Erfinder gewidmet. "Ernst Alban baute in Plau die erste funktionierende Hochdruckdampfmaschine. Die frühen Dampfmaschinen hatten eine ziemlich unangenehme Nebenwirkung: Wurde der Druck im Dampfkessel zu groß, neigten die kraftstrotzenden Monster dazu, einfach zu explodieren. Schäden nicht geringen Ausmaßes waren die Folge.

Gefahrlos wurde alles erst mit der Erfindung eines Mecklenburgers: Ernst Alban (1791 bis 1856). Er studierte Augenarzt.

Nach seinem Abschluss praktizierte Alban ab 1815 zehn Jahre erfolgreich als Arzt in Rostock, doch schließlich siegte seine Liebe zu Maschinen. Er reiste nach England.

Nach Mecklenburg zurückgekehrt, gründete Alban 1827 in der Nähe von Rostock eine Maschinenbaufabrik. Eines seiner ersten kommerziell erfolgreichen Produkte war eine Sämaschine.

Nach einer weiteren, kurzen Zwischenstation in Güstrow siedelte sich der Tüftler schließlich in Plau an. Dort errichtete er eine Maschinenbaufabrik mit angeschlossener Eisengießerei.

In Plau gelang ihm schließlich auch der Durchbruch zur explosionssicheren Dampfmaschine.

Heiko Kreft / Jens-Uwe Grau: Heimatkunde. Alles über Mecklenburg-Vorpommern, Hinstorff Verlag Rostock (ISBN 978-3-356-01328-3) 128 Seiten, Taschenbuch, durchgehend farbig illustriert, 12,90 Euro

 

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